Von denen, die keiner haben wollte

Chronisch kranke und scheue Katzen

Über

Die Tierheime sind voll mit Katzen, die sehr schwer zu vermitteln sind, weil sie entweder chronische Krankheiten haben, scheu oder alt sind. Es hat sich zufällig ergeben, dass wir angefangen haben, besonders diese Katzen aufzunehmen, und dieser Blog soll über unser Leben mit den Katzen berichten, die sonst keiner haben wollte. Irgendwem bringen die hier gesammelten Erfahrungen vielleicht irgendwas.
Außerdem gibt es niedliche Katzenfotos. Was denn auch sonst?

Dabei gibt es aber auch ein paar Dinge, die dieser Blog nicht tun soll:

1. Behaupten, dass es überhaupt keinen Unterschied macht, ob man gesunde oder chronisch kranke Katzen hat. Macht es nämlich. Natürlich kann eine kerngesunde Freigängerkatze vom Auto angefahren werden und tausende Euro Tierarztkosten verschlingen. Damit sollte man immer rechnen, um zu vermeiden, dass man im Fall der Fälle plötzlich vor der Frage steht, wo man das ganze Geld hernimmt. Aber die Chance, dass man irgendwann nicht nur den Tierarzt, sondern auch alle seine Sprechstundenhilfen mit Nachnamen und Vornamen kennt, weil man so oft da ist, ist bei Katzen, die man gesund aus guter Haltung übernimmt, doch deutlich geringer.

2. Behaupten, dass jeder scheue Katzen aufnehmen sollte. Sollte man nicht. Man sollte Katzen aufnehmen, die zu einem selbst und zu dem Lebensstil passen, den man führt.

3. Selbstbeweihräucherung. Wir nehmen keine schwer vermittelbaren Katzen auf, weil wir uns toll fühlen wollen. Ich habe einfach nur einen Samariter-Komplex, der beim Anblick eines zerzausten, armseligen Fellbündels jegliches vernünftige Denken abschaltet und ein sofortiges „Können wir das bitte mit nach Hause nehmen?“-Bedürfnis auslöst. Es geht mir mit diesem Blog darum, dass ich hoffe, dass das Lesen über die interessante Sammlung an Problemen, die wir hier haben, irgendjemandem weiterhilft. Außerdem will ich hin und wieder darüber jammern dürfen, was ich mir da eingebrockt habe. Keine Sorge, das passiert nicht so oft.

sig

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13 Kommentare zu “Über

  1. Nina
    25. März 2015

    Toller Post! Es ist schön zu lesen, dass es Menschen gibt, die sich auch um die Tiere kümmern, die besonders viel Zeit, Pflege und Liebe benötigen!
    Und noch schöner zu lesen, dass hier niemand verurteilt wird, der sich nicht dafür entscheidet, ein Tier aus dem Tierheim aufzunehmen! Denn ich z.B. wollte unbedingt Siamkatzen haben, aber diese findet man eben nicht so einfach im Tierheim… hatte da tatsächlich einige angefragt, aber leider ohne Erfolg.
    Letztendlich habe ich mich dann dazu entschieden Tiere vom Züchter zu kaufen. Allerdings hat die Miezi einen krummen Schwanzwirbel und die Béla zu viel Spiel im Schultergelenk. Also irgendwie auch Katzen, die vielleicht nicht „perfekt“ sind, aber für uns dafür um so mehr :). Unser letzter Kater war soetwas wie eine Frühgeburt und hatte daher sein kurzes Leben lang (er wurde nur 4 Jahre alt) auch nur Ärger mit den Zähnen und Nieren. Eine OP und viele Medikamente musste er ertragen, bis sein Leiden so schlimm wurde, dass wir ihn erlöst haben.
    Unser vorletzter Kater war vom Bauernhof und der davor von der Straße (ein biestiger Geselle…). Also man sieht, es ist nicht immer alles so, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheint. Wer ein wahres Herz für Tiere hat, der pflegt auch die Kranken und schwierigen F(a)elle!

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    • katzenspielplatz
      25. März 2015

      Ich freue mich, dass du hergefunden hast 🙂
      Am wichtigsten ist meiner Meinung nach bei der Anschaffung einer Katze, dass man keine Leute unterstützt, die auf Kosten der Tiere Geld machen wollen. (Gibt es ja leider auch immer wieder.) Aber ich wüsste wirklich nicht, warum ich es jemandem vorwerfen sollte, dass er seine Katzen von einem seriösen Züchter hat.
      Es tut mir auf jeden Fall sehr leid für deinen frühgeborenen Kater. Aber immerhin hatte er ein schönes Leben bei dir.

      Übrigens, falls du mal wieder eine Rassekatze aus dem Tierschutz suchen solltest, da gibt es zwei sehr hilfreiche Websites:
      http://www.rassekatzen-im-tierheim.de/
      http://www.rassekatzen-in-not.de/
      Irgendwann hätte ich ja auch gerne mal irgendeinen Waldkatzen-Mix, oder so was. Kurzhaar-Grautiger sind eigentlich gar nicht so sehr mein Fall. Es hat sich nur irgendwie ergeben, dass wir größtenteils Grautiger hatten bisher.

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  2. Nina
    25. März 2015

    Danke für die Links!

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    • katzenspielplatz
      27. März 2015

      Hättest du übrigens Interesse an einem Linkaustausch?

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  3. Nina
    27. März 2015

    Wie meinst du das?

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    • katzenspielplatz
      27. März 2015

      Ich meine, dass ich in meinem Blogroll auf deinen Blog verlinke und du in deinem auf meinen. Nennt man das nicht so?

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  4. Nina
    27. März 2015

    Ja können wir machen :). Hoffe ich denke Montag daran. Vorher schaffe ich es nicht. Zur Not gerne nochmal dran erinnern :).

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  5. KeliKa66
    6. April 2015

    Ich freu mich, jemanden gefunden zu haben, der so wie du denkst 🙂

    Ich habe lange Jahre im Tierschutz als PS gearbeitet und immer wieder die Erfahrungen machen müssen, das die meisten Leute eben nur perfekte Katzen haben wollen – und unter perfekt verstehen manche nicht nur gesunde Katzen, sondern auch Schwarze und Getigerte können schon „unperfekt“ sein 😦 Nicht umsonst sind genau diese nämlich immer bei mir hängen geblieben 😉

    Und ja, ich habe auch eine Rassekatze in meiner Bande, ein BKH der von einem unseriösen Züchter stammt, gefunden über Ebay Kleinanzeigen und um nichts in der Welt hätte ich ihn dort gelassen – loswerden wollten sie ihn, weil er nicht mehr seinen Zweck erfüllte 😦

    So, und nun werde ich mal deinen Blog durchstöbern 😉

    Man liest sich !

    LG von den aboutsevencats aus dem Daal …

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    • katzenspielplatz
      6. April 2015

      Ich muss zugeben, dass ich auch gerne mal andere Fellzeichnungen hätte als grau getigert und schwarz. Eine Kuhkatze oder so was wäre auch mal nett oder ein Rottiger. Aber vor allem auf Rottiger scheinen die Leute ja total abzufahren. Die sind immer ganz schnell weg. Und sobald man mal eine Katzengruppe hat, muss man Neuzugänge ja auch danach auswählen, ob sie charakterlich zum Rest passen. Bringt einem ja nichts, wenn man da ein wunderschönes Katzentier sitzen hat, das aber kreuzunglücklich ist, weil es sich mit seinen neuen Mitbewohnern nicht versteht. Und irgendwann hört man eh auf, das Äußere zu sehen, und lernt eine Katze für ihren Charakter schätzen.

      Ebay Kleinanzeigen finde ich supergruselig. Einige von diesen „Züchtern“ setzen ja richtig darauf, dass Leute ihnen aus Mitleid Kätzchen abkaufen, um sie da raus zu retten. Umso besser, dass du da eine von den erwachsenen Katzen rausgeholt hast. Die haben ja sonst oft nicht so viel Glück.

      PS würde ich auch mal gern machen. Aber im Moment haben wir keinen Platz, außerdem kriegt Lockheed immer erst mal die Krise bei Neuzugängen. Der knurrt und faucht immer wie ein Monster aus einem Horrorfilm … nur damit es dann nach einer Woche ungefähr Klick macht und er sich plötzlich total freut, einen neuen Spielkamerad zu haben. Aber Stress ist es eben trotzdem, und den sollen FIV-Katzen ja nicht haben.

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      • KeliKa66
        6. April 2015

        Hm, eigentlich habe ich bei meinen nie auf den Charakter geachtet, wenn welche neu dazu gekommen sind, irgendwie hat es sich ja bei uns mehr oder weniger immer ergeben, das sie nach längerer Zeit als Pflegis einfach geblieben sind – das war bei mir immer eine Herzenssache und der Gedanke, sie nicht wieder irgendwo von vorne beginnen zu lassen, denn irgendwann haben sie immer den Schritt vom Pflegizimmer in unsere „Wohngemeinschaft“ gemacht und sich dann problemlos in die Gruppe integriert 😉

        Klar, das sich bei der großen Katzengruppe nicht immer alle grün sind : Charly ist ja sozusagen der Größte hier und möchte gerne der Boss sein, nur das Milo ( der zärteste von den Katern ) sich diesen Posten nicht streitig machen lässt – so wechselt sich das sporadisch immer ab, wer gerade wen unter der Fuchtel hat 😉

        Aber ich lass die einfach machen, bisher haben es die Beiden immer irgendwie geregelt und dicke Freunde werden die wohl nie !

        Klar, bei kranken Katzen, die Stress möglichst vermeiden sollen, sieht das gleich schon wieder anders aus – und ganz ehrlich, ich habe Hochachtung vor dir, wie du damit klar kommst – ich bin ja ein Mensch, der Veränderungen nicht gut ab kann, am liebsten habe ich alles schön geordnet und wenn ich gerade davon schreibe, die Sache mit Max hat mein Leben ganz schön auf den Kopf gestellt und aus der Bahn geworfen – jeder Tag macht mir Bauchweh, Angst vor Verschlechterungen lässt mich nachts kaum schlafen …

        Deswegen – Hut ab – Leute, die sich kranke Katzen explizit aussuchen und mit ihnen leben, kann ich nur bewundern !

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  6. katzenspielplatz
    6. April 2015

    Wir haben hier auch Zeiten, in denen wir uns schrecklich fühlen und alles zu viel ist und wir gerne einfach gesunde Katzen hätten. Ich bin deshalb auch sehr froh über unseren Scheukater Bishop, der halt einfach nur nicht anfassbar ist, dafür aber komplett gesund. Man kann immer nur so viele richtig kranke Katzen haben, bevor es einem über den Kopf wächst.
    Es stellt sich aber tatsächlich so eine Art Gewöhnungseffekt ein. Also, man hat natürlich immer Angst um seine Katzen, wenn es wirklich schlimm wird. Aber ich bin inzwischen z.B. richtig erleichtert, wenn es „nur“ etwas ist, das man tatsächlich gut mit Medikamenten behandeln kann. Also, sobald es etwas ist, bei dem ich nicht hilflos daneben stehen und zusehen muss, wie es der Katze immer schlechter geht, komme ich ganz gut damit klar.
    Bei so einem Fall wie deinem Max hätte ich aber auch ziemlich Bauchweh.
    Falls es dich tröstet: Eine Bekannte von mir hat einen dreibeinigen Kater. Das ist so ein lebensfroher, kleiner Kerl. Der ist sogar Freigänger, alles kein Problem.
    Also selbst wenn ihr das Beinchen nicht retten können solltet, kann euer Max weiterhin viel Lebensqualität haben.
    Aber ich drücke weiter die Daumen, dass es bald besser wird.

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    • KeliKa66
      6. April 2015

      Ich habe nicht mal Bedenken, das Max mit 3 Beinen nicht zurecht kommen sollte, ganz im Gegenteil, er ist so ein taffes Kerlchen, der schafft das mit allergrößter Sicherheit !

      Angst macht mir der Moment der Entscheidung, denn es liegt dann allein bei mir, ich werde diejenige sein, die sagt, das das Beinchen ab soll 😦

      Und wie die TÄ schon sagten, ist es erst mal ab, gibt es kein Zurück !

      Andererseits bricht es mir tagtäglich das Herz, zu sehen, wie Max hier in seinem Katzenknast liegen muss und so gar keine schöne Zeit hat – da frage ich mich dann auch oft, wie nehme ich mir das Recht, ihm das alles zuzumuten ? Und war das wirklich alles gerecht, ihm Monate von seinem Leben zu nehmen, ihn mit dieser Tortur zu quälen, wenn es nachher doch alles umsonst war ?

      Ich weiß manchmal nicht, ob ich richtig handle 😦

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      • katzenspielplatz
        6. April 2015

        Ich kenn mich mit solche Wunden und den Chancen, dass so weit heilt, leider überhaupt nicht aus.
        Ich denke aber, auch wenn es am Ende nichts bringt, würdest du dich nachträglich schlecht fühlen, wenn du nicht vorher alles Sinnvolle versucht hättest. Dann würdest du dich nur die ganze Zeit fragen, ob es nicht doch eine Möglichkeit gegeben hätte, das Beinchen zu retten. Und man weiß es ja vorher auch nicht, wenn man es nicht versucht. Du darfst nur den Zeitpunkt nicht verpassen, an dem alles Sinnvolle eben versucht wurde und es keine weiteren Möglichkeiten mehr gibt.

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