Von denen, die keiner haben wollte

Chronisch kranke und scheue Katzen

Nummer 4: Puck

Gremlin war also kein passender Spielkamerad für Lockheed gewesen. Wir machten uns deshalb erneut auf die Suche.
Theoretisch ist es möglich FIV positive und FIV negativ Katzen gemeinsam in einer Gruppe zu halten. Die Krankheit ist nur über blutige Bisse übertragbar, also besteht keine Gefahr, solange es keine Beißereien gibt. Dennoch wollten wir noch eine FIV-Katze. Es stellte für uns nun mal kein Problem dar, und FIV positive Katzen haben es sonst immer so schwer bei der Vermittlung.

Es stellte sich aber heraus, dass es vor allem innerhalb von Deutschland kaum junge FIV-Katzen gibt, deren Spielverhalten man zuverlässig einschätzen kann. Wir wollten es diesmal aber richtig machen und brauchten deshalb einen Kater um die zwei Jahre, der gerne rauft.
Nach langer Suche fanden wir einen Kater aus Frankreich, der schon in Deutschland auf einer Pflegestelle war: Puck.

Puck war nicht nur FIV positiv, er hatte auch chronischen Schnupfen und nieste bevorzugt gegen Fensterscheiben. Er verstand sich außerdem ganz großartig mit Lockheed. Und Lockheed war überglücklich, endlich jemanden zu haben, der sich darüber freute, wenn er angesprungen und zu Boden geworfen wurde.

Aber nach ein paar Monaten wurde Puck krank. Er wollte nicht mehr spielen, er hatte Fieber, das einfach nicht mehr runterging, und geschwollene Lymphknoten. Zwei Tierärzte waren ratlos. Dafür bekam Puck so viele Anibiotika, dass sogar sein Schnupfen wegging. So viel zu chronisch. Wahrscheinlich wäre er die ganze Zeit mit den richtigen Antibiotika behandelbar gewesen. Nur war uns etwas anderes gesagt worden.
Erst der dritte Tierarzt fand beim Ultraschall etwas in der Nähe des Darms, das nach einen Tumor aussah.
Eine OP und eine Laboruntersuchung später war klar: Es war kein Tumor. Es war einfach nur ein sehr verwachsener Lymphknoten. Dafür war zusätzlich Flüssigkeit im Bauchraum gefunden worden. Das Befund lautete jetzt FIP.
Eigentlich verläuft FIP sehr schnell. Nach zwei Wochen sind die meisten Katzen tot. Puck hatte seine Beschwerden zu dem Zeitpunkt nun schon einen Monat. Wir holten eine zweite Meinung eine, weil das alles nicht so richtig zusammenpasste. Eine andere Tierärztin sagte uns, sie habe auch schon mal einen Fall gehabt, bei dem sich FIP sehr lange hingezogen hatte. Ein Kater aus einer Zucht sei immer wieder mit nicht senkbarem Fieber und geschwollenen Lymphknoten zu ihr gekommen. Gleichzeitig seien in dieser Zucht in jedem Wurf Kätzchen an FIP gestorben. Irgendwann musste der Kater eingeschläfert werden. Seitdem hatte es keinen FIP-Fall mehr bei den neuen Würfen gegeben.

Danach ging es sehr schnell. Innerhalb weniger Monate hatten wir die zweite Katzen verloren.

Meine Theorie zu Puck ist, dass ihn die weite Reise erst auf die Pflegestelle und dann recht schnell von der Pflegestelle zu uns umgebracht haben könnte. Er hatte auf der Reise von Frankreich nach Deutschland FIV, seinen Schnupfen und die Coronaviren im Gepäck, die später zu FIP mutiert sind. So eine Reise bedeutet Stress, der wiederum das Immunsystem schwächt. Aufgrund der Doppelbelastung mit FIV und Schnupfen war sein Immunsystem ohnehin schon gut beschäftigt. Und Coronaviren mutieren gerne dann zu FIP, wenn das Immunsystem gerade nicht richtig aufpasst.
Nach einer Zusammenführung mit einer neuen Katze werden hier ohnehin alle Katzen einmal krank. Das war genau der Zeitpunkt, zu dem es auch Puck langsam schlechter ging.

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Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 27. März 2015 von in chronischer Schnupfen, FIP, FIV, Puck.

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